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Herzberg und die Reformation

zum Standort:

Das 25 km nordöstlich von Torgau und ca. 50 km südöstlich von Wittenberg, jenseits der Elbe gelegene Herzberg gehörte in der Reformationszeit zu den innovativen Orten der reformatorischen Gedanken.

Geschichte:

Den ersten Impuls verdankt die Stadt dem Umstand, dass mit dem Pestjahr 1506 die Wittenberger Universität für kurze Zeit nach Herzberg ausgelagert war. Die Einführung der Reformation geschah deswegen beizeiten, weil Kurfürst Friedrich der Weise die Verbindung der Pfarre mit dem Augustinerkloster löste und seinen Beichtvater, Pfarrer Andreas Wagner 1522 hierher berief. Dieser führte in Herzberg sogleich den protestantischen deutschsprachigen Gottesdienst ein. Einige der Wittenberger Reformatoren unter der Leitung von Justus Jonas trafen am Ostersonnabend 1529 hier zu einer Visitation ein. Besonders die Jugend- und Volksbildung in den Bereichen Katechismus und Gesang wurde dabei angeordnet. Das Archidiakonat wurde zur Superintendentur umgewandelt. 1533 erfolgte die nächste Visitation der Kirchen und Schulen im Kurkreis. Diesmal war Luther persönlich dabei. Die Situation wurde als befriedigend eingestuft, die Aufgaben der vorausgegangenen Visitation belassen. Nur der Bildungssektor wird noch einmal verstärkt, indem dem Prediger zur Pflicht gemacht wird, zweimal in der Woche die Schule zu visitieren. Zudem wurde die Einrichtung einer Mädchenschule gefordert. Doch bis zur Umsetzung ging noch Zeit ins Land. 1555 entstand in Herzberg auf Anordnung des Moritz von Sachsen eine der ersten evangelischen Anstalten nach der von Melanchthon 1538 ausgearbeiteten Schulordnung für Lateinschulen, die auch die Einrichtung einer Mädchenschule vorsah. Diese eröffnete jedoch erst 1559. Seit dem 500. Geburtstag Philipp Melanchthons 1997 trägt das Herzberger Gymnasium offiziell seinen Namen.
Besuche Luthers und Melanchthons sind darüber hinaus mehrfach überliefert.

Gegenwart:

Anknüpfend an die Geschichte werden die Seitenkapellen der Stadtkirche, die sich neben Rathaus und Gymnasium im Zentrum der Stadt befindet, in diesem Sinne genutzt.
In der südlichen Seitenkapelle finden monatliche Kinoveranstaltungen statt, außerdem wird dieser Raum für Konzerte und Ausstellungen genutzt.
In der nördlichen Seitenkapelle der Stadtkirche hat sich inzwischen das Tourismusbüro der Stadt Herzberg etabliert. Hier ist ein Kommunikationspunkt entstanden, der von Besuchern der Stadt und Einheimischen gleichermaßen genutzt wird.


Herzberg auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017

Wenn Herzberg/Elster jemals leuchtend in der Geschichte hervorgetreten ist, dann im Zuge der Reformation im Wirkungskreis der großen Denker und Rebellen Philipp Melanchthon und Martin Luther.
Nachgewiesen ist, dass Martin Luther am 24.4.1522 nach Herzberg kam, von Philipp Melanchthon wissen wir aus einem Brief an Justus Jonas, dass er vom 17. bis 23. Dezember 1533 in unserer Stadt weilte.
Allgegenwärtig sind die beiden in der Stadtkirche "St. Marien" mit ihren Ölgemälden aus der Chranachschule.
Bereits am 22. Februar 1522 wird in Herzberg die Messe abgeschafft, am 20. April 1522 übergibt der Herzberger Konvent das Kloster mit allem Zubehör dem Kurfürsten und noch im gleichen Jahr kam es zum feierlichen Auszug der Mönche aus Herzberg.
Gemeinsam mit den Städten Torgau und Wittenberg darf sich Herzberg also zurecht zu den Geburtsstätten der Reformation zählen.
Schon 1506 wurde die Wittenberger Universität wegen der dort wütenden Pest nach Herzberg ausgelagert.
Die erste deutsche Schulordnung wurde für die Herzberger Lateinschule von Martin Luther und Philipp Melanchthon 1538 unterzeichnet und fand von hier aus Ausbreitung und Nachahmung in ganz Deutschland.
Bereits 1555 ist in unserer Kleinstadt eine Jungfernschule nachgewiesen.
So wie sich Torgau mit dem Hof des Kurfürsten Friedrich dem Weisen als Verwaltungszentrum der Reformation und Wittenberg mit der Malerfamilie- und schule Chranachs als Dies gleichsam versinnbildlichend zeigt das Stadtbild noch heute eine imposante baulich manifestierte Einheit zwischen Rathaus - Kirche - und Schule.
Die Ausstellungselemente der AGm Historische Stadtkerne im Innenstadtbereich lassen die Herzberger Reformationsgeschichte anschaulich für Besucher nachvollziehen
Für das Jubiläumsjahr 2017 planen Enthusiasten und Akteure bereits ein großes Reformationsspiel. Das Stück wird zweimal aufgeführt: am 14. und am 15. Juli 2017.


Auf dem Weg  zum Reformationsjubiläum 2017
 
Zahlreiche Veranstaltungen finden statt. Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und vieles mehr stehen ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums.
Ein Höhepunkt wird der Kreiskirchentag am 15. Juli 2017 in Herzberg sein. Er beginnt um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Stadtkirche "St. Marien". Danach feiern wir in der Innenstadt, auf dem Marktplatz mit vielfältigen Angeboten weiter und um 19 Uhr gibt es die Aufführung des Reformationsspiels "Mein Licht. Vom Aufbruch der Anna zu Herzberg". 

 

Lutherpass

Beginnend mit dem 1. Advent, am 27. November 2016, erhalten Sie auch in Herzberg den begehrten Lutherpass. Eine Ausgabe- und Stempelstelle ist u. a. der Tourismuspunkt in der Seitenkapelle der Stadtkirche "St. Marien". Ausführliche Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie unter www.lutherpass.de.