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      Willkommen auf den Seiten der Evangelischen Kirchengemeinden im Pfarrbereich Herzberg: Herzberg (Stadt), Altherzberg, Buckau, Frauenhorst, Friedrichsluga, Mahdel!

Hier bekommen Sie Informationen über unsere aktuellen Veranstaltungen, Gottesdienste, Gesprächskreise, Musikgruppen. Wenn Sie dazukommen möchten, sprechen Sie uns an. Sie sind herzlich eingeladen!
Unter dem Menü "Kirchengemeinde" erfahren Sie alles über Amtshandlungen: Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung. Falls Sie den Weg zur Kirche suchen, können Sie sich hier ebenfalls erkundigen. Wenn Sie an einem Gespräch interessiert sind, rufen Sie uns einfach an.

Allen Menschen dieser Stadt steht das Angebot zum Seelsorgegespräch offen. Wer jemanden zum Reden braucht, kann im Pfarrhaus anrufen. Pfarrer unterliegen der Schweigepflicht.

Auf unseren Seiten können Sie sich ferner über die Baugeschichte unserer Kirchengebäude und die mit Ihnen verbundenen christlichen Traditionen informieren. Ansprechpartner für die Besichtigung der Dorfkirchen finden Sie unten auf der jeweiligen Seite.

Viel Spaß beim Stöbern! Die Gemeindekirchenräte des Pfarrbereichs Herzberg

Auf Grund der aktuellen Situation fallen bis auf Weiteres alle Gottesdienste und Veranstaltungen aus.Die Stadtkirche ist täglich von 7.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Sie sind herzlich zum Gebet und zum Entzünden einer Kerze eingeladen.


Unsere Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Auch wenn wir zur Zeit nicht gemeinsam Gottesdienst miteinander feiern können und räumlich getrennt sind, brauchen wir auf geistliche Gemeinschaft nicht zu verzichten. Wir laden alle Christinnen und Christen ein, gemeinsam das Vater Unser miteinander zu sprechen.
Dazu läuten von Montag bis Samstag um 18.00 Uhr und am Sonntag um 10.00 Uhr für jeweils 10 Minuten die Glocken.
 
Bestattungen auf unserem Friedhof  können lediglich am Grab und im engstmöglichen Kreis durchgeführt werden. Die aktuell gebotenen Umgangsformen (kein Handschlag, ausreichend Abstand voneinander) sind einzuhalten.


Wort zum Sonntag Palmarum, 05. April 2020
6. Sonntag in der Passionszeit,
Markus 14,3-9

https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-1984/bibeltext/bibel/text/lesen/?tx_bibelmodul_bibletext%5Bscripture%5D=mk+14%2C3-9

Liebe Gemeinde,

Alles kam ganz anders.

So erlebten es damals Jesus und seine Tischgenossen und so erleben wir es. Diese Passionszeit hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Wir hatten geplant Gründonnerstag wieder Tischabendmahl in Herzberg zu halten, Karfreitag Gottesdienste in Altherzberg und Gräfendorf, Ostersonntag und Ostermontag in Herzberg, Friedrichsluga, Frauenhorst, Buckau und Gräfendorf. Und jetzt? Alles ganz anders. Die Anstrengungen zur Verhinderung einer Ausbreitung des Corona-Virus und der Erhalt der Gesundheit der Menschen stehen im Vordergrund.
Abstand ist angesagt und die Gesellschaft hat eine noch nie gesehene Vollbremsung gemacht. Die Auswirkungen für die Zukunft können wir nur ahnen. In der Gegenwart spüren wir sie schon. Es ist eine seltsame Passionszeit.

Die Tischrunde bei Simon, dem ehemaligen Aussätzigen, befindet sich ebenso wie wir kurz vor einem ihrer größten Feste. Man isst und trinkt gemeinsam, unterhält sich, freut sich über die Gemeinschaft. Und dann kommt alles anders an dem Tisch, an dem Jesus eingeladen ist. Das richtige Essen, die richtigen Leute. Und dann diese Frau. Wo hat sie das viele Geld her für dieses kostbare Nardenöl? 300 Silbergroschen? Nun also Nardenöl, Öl, mit dem normalerweise Könige gesalbt werden. Ja, woher kommt dieses Geld, diese Frage allein gibt Anlass zu Spekulationen. Und zu übler Nachrede.

Es kommt alles anders. Damit können wir Menschen schlecht umgehen. Wenn uns die Initiative aus der Hand genommen wird für etwas, was wir ganz akribisch geplant hatten, dann reagieren wir ärgerlich. Denn dann haben wir nicht nur selbst Angst davor, weniger bedeutungsvoll zu sein. Sondern eben auch ganz schlicht die Angst, dass wir unser Leben nicht mehr im Griff haben.
Es ist aber ganz anders. Diese Frau, die da ins Haus kommt, ist nicht als Störung und mit Angst zu betrachten, sondern als Geschenk, als jemand, die die Feier bereichert. Sie trägt etwas sehr Wertvolles bei.

Es wird spannend wenn Gegensätze aufeinanderprallen. Und so ist es auch hier. Die Frau wird von den anderen Gästen regelrecht vorgeführt. Mit dem Todschlagargument moralischer Entrüstung, man hätte doch mit dem Geld, das das teure Salböl indem ebenso luxuriösen Flakon gekostet hat, vielen Armen helfen können. Dagegen lässt sich schwer etwas zu sagen. Natürlich will man helfen. So ein Argument kostet nichts, hat aber eine große Wirkung. Mit der Armut anderer lässt sich in der Debatte leicht punkten. Die Frau hätte zurückfragen können: Und was macht ihr? Worauf verzichtet ihr? Wie viel gebt ihr denn selber? Oder ist das alles nur Gerede? Fangt doch erst mal bei euch an! Aber nicht die Frau widerspricht, sondern Jesus ergreift das Wort. Er verteidigt sie gegen diejenigen, die meinen, sie seien moralisch im Recht, weil sie die Armen ins Feld führen. Er verteidigt die Frau, die von den anderen hart angegangen wird. Jesu Wort entlarvt die Empörung derjenigen, die der Frau unmoralisches Verhalten unterstellen. Die Maske ist herunter.
Er hätte auch sagen können: Ihr benutzt die Armut anderer doch nur, um euch selbst groß zu machen und die Frau, die allein dasteht, bloßzustellen. Jesus sagt dann aber stattdessen einen alles entscheidenden Satz in diese aufgeladene Situation hinein: Sie hat eine schöne Tat an mir vollbracht. Was für ein Satz! Großartig! – Nicht: Lasst sie in Ruhe, sie hat es doch nur gutgemeint! Man muss doch die gute Absicht dahinter würdigen. Auch
nicht: Sie hat es richtig gemacht, als sie so viel Geld ausgab für dieses Luxusöl.
Nein: Was sie an mir getan hat, das war schön. Das ist schön. Das bleibt schön. Sie hat es für mich getan. Sie hat mich gemeint und hat mir etwas Schönes getan am Anfang meines bitteren Weges. Das zählt, das bleibt, das hat eine ganz eigene Qualität. Das lässt sich niemals aufwiegen. Das lässt sich nicht berechnen. Das bleibt etwas Kostbares, unbezahlbar für mich, für immer. In dieser schönen Szene von der Salbung in Bethanien erleben wir einen überaus dankbaren Jesus. Jesus verteidigt und lobt die Frau weil er zutiefst dankbar ist für dieses Geschenk: Danke, ungenannte Frau, für die Schönheit dieses Augenblicks. Danke für die Gnade dieses besonderen Moments. Danke für den Luxus deiner Liebe! Du hast eine schöne Tat an mir vollbracht. Jesus erkennt das besondere dieser Situation. Auch für diesen Gesalbten kommt alles anders. Kein fröhliches Passahfest, sondern die Kreuzigung. Das Ende. Und der neue Anfang, die Auferstehung.

Eigentlich war alles ganz anders geplant. Wie gelingt es uns das Besondere und Wertvolle in den überraschenden Momenten unseres Lebens zu erkennen? Geht es uns wie den Tischgenossen Jesu oder gibt es da noch mehr?
Wir stehen sprachlos vor einer Welt, die so fest erschien und auf einmal so zerbrechlich geworden ist. Das Leben wurde auf einmal sehr wertvoll. Alle sind froh, wenn sie ihr Auskommen haben und gesund sind. Und so lassen sich diese vergangenen Wochen trotz aller Ängste und Schreckensnachrichten auch anders betrachten. Sechs Wochen mit mehr Aufmerksamkeit. Mehr Mitgefühl. Mehr Wertschätzung. Mehr Vorsicht. Mehr Bescheidenheit. Mehr Demut.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Andreas Fritsch


Gebet

Wir halten dir unsere Herzen hin, Jesus Christus,
wir strecken dir unsere Hände entgegen.
Wir wollten dir entgegengehen,
wir wollten mit dir laufen
und hineinziehen in deine Stadt.

Aber wir können nur mit unseren Herzen zu dir kommen.
Nur unsere Sehnsucht ist auf dem Weg zu dir.
Nur unsere Gebete.
Sie sind alles, was wir haben.
So beten wir
für die Kranken
für die, denen keine Medizin mehr helfen kann,
für die, die einsam sterben,
für die, die unter der Last dieser Tage zusammenbrechen.
Komm zu ihnen mit deiner Liebe und heile sie.
Höre uns.

So beten wir
für die Menschen,
die in Krankenhäuser und Pflegeheimen arbeiten,
in Feuerwachen und Apotheken,
in Kitas und Supermärkten,
in Laboren und in Ställen,
in Ämtern und Gemeinden.
Komm zu ihnen mit deiner Freundlichkeit und behüte sie.
Höre uns.

So beten wir
für die Menschen,
die in der Sorge dieser Tage in Vergessenheit geraten,
die Flüchtlinge,
die Opfer von häuslicher Gewalt,
die Verwirrten und Missbrauchten,
die Hungernden,
die Einsamen.
Komm zu ihnen und rette sie.
Höre uns.

Wir halten dir unsere Herzen hin
und danken dir für den Glauben.
Wir danken dir,
weil wir zu dir und zueinander gehören.
Wir danken dir
für die Zeichen der Liebe und Verbundenheit,
für die freundlichen Worte,
für die Musik.
Wir danken dir für dein Wort und deine weltweite Kirche.
Wir wollten dir entgegengehen
und hineinziehen in deine Stadt.
Und wir erleben es:
Du gehst mit uns durch diese Zeit
Heute, in diesen Tagen der Passion,
und jeden neuen Tag.

Amen.

https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php?litDay=26#archiv